Alternative Medizin

Viele Patienten wünschen eine Behandlung, die möglichst ohne nebenwirkungsreiche chemische Präparate auskommt. Hierzu bieten sich einige Verfahren der sanften Medizin zur Selbstbehandlung an:

  • Akupressur
    Massage der schmerzenden Beine an den entsprechenden Akupressurpunkten
     
  • Homöopathie
    Mit Arnika und Hamamelis gehen Sie erfolgreich gegen Venenleiden vor
     
  • Phytotherapie
    Nutzen Sie die Heilkräfte der Pflanzen in Form von Tee oder Crème, z. B. Arnika, Zaubernuss, Honigklee, Rosskastanie, Ringelblume oder Weissdorn
     
  • Gute alte Hausmittel
    Krampfadern und Venenentzündungen lassen sich mit Lehm- und Quarkwickeln lindern

Diese sanften Methoden sind sehr gut geeignet, Beschwerden wie Schwere-, Spannungs- und Hitzegefühl, aber auch Schwellungsneigung und Müdigkeit in den Beinen zu lindern und zu beseitigen. Beachten Sie jedoch, dass eingetretene Hautveränderungen oder entstandene Krampfadern nicht durch alternative Medizin rückgängig gemacht werden können. Besuchen Sie deshalb einen Venenspezialisten zwecks einer sorgfältigen Diagnose, bevor Sie eine Selbstbehandlung beginnen, um etwaige notwendige Massnahmen nicht zu verpassen.

Akupressur

Seit Jahrtausenden wenden chinesische Mediziner die Akupunktur und Akupressur an, eine einfache und risikoarme Heilmethode. Sie erlaubt es, über ganz bestimmte Punkte auf der Körperoberfläche innere erkrankte Organe zu heilen. Hierfür müssen diese Punkte auf der Haut gereizt werden. Dies kann mit Hilfe einer Nadel, der sogenannten Akupunktur, geschehen. Ähnlich jedoch ist die Massage dieser Stellen mittels sanftem Fingerdruck, Akupressur genannt.

Vier Akupressurpunkte sind besonders wirksam bei Venenleiden:

1. Kniescheibe
Der erste Punkt liegt in der Nähe des Knies. Zum Auffinden beugt man dieses in den rechten Winkel und legt den Mittelpunkt der Handinnenfläche (derselben Seite) auf das obere Ende der Kniescheibe. Der gesuchte Punkt liegt dann genau unterhalb des Ringfingers. Er wird nach oben massiert.

2. Fussinnenknöchel
Die nächste Stelle befindet sich knapp 1 cm unterhalb und 2 cm vor dem Innenknöchel am Fuss. Massagerichtung: nach oben.

3. Fussaussenknöchel
Zwischen Aussenknöchel und Achillessehne liegt der dritte Punkt. Er wird nach unten massiert.

4. Vorfuss
Der letzte, gut wirksame Akupressurpunkt ist auf dem Vorfuss, ca. 2-3 cm vor dem Zwischenraum des 1. und 2. Zehen zu finden. Die Richtung der Massage zeigt nach oben.

Alle genannten Lokalisationen werden grundsätzlich an beiden Beinen akupressiert und zwar 1-2 Mal täglich, bei besonders starken Beschwerden auch vermehrt. Die Pressur selbst wird so durchgeführt, dass die Lokalisation mit dem Finger (Daumen oder Zeigefinger) in einer Frequenz von 50-60 Mal pro Minute in der jeweils angegebenen Richtung über mehrere Minuten massiert wird.

Homöopathie

Die Homöopathie ist eine eigenständige Naturheilmethode, die den körpereigenen Selbstheilungsprozess fördert. Der Körper des Erkrankten erhält hierdurch einen wesentlichen zielgerichteten Impuls, sich selbst zu heilen. Im Gegensatz zur sogenannten Schulmedizin wirken homöopathische Medikamente umso besser, je verdünnter sie sind. In manchen Fällen werden derart hohe Verdünnungen gegeben, dass auch mit den empfindlichsten Nachweismethoden kaum noch Wirkstoffe im Mittel ausgemacht werden kann. Trotzdem sind die Arzneien äusserst wirksam, ohne Nebenwirkungen zur verursachen.

Globuli gegen Venenbeschwerden
Homöopathische Medikamente können unter dem lateinischen Namen, wie sie im folgenden verwendet werden, in jeder Apotheke ohne Rezept gekauft werden. Sie sind als alkoholisierte Tropfen, Zuckerkügelchen (Globuli) oder Tabletten erhältlich. Zur Behandlung von Venenbeschwerden eignen sich Globuli in einer Verdünnung D4 (1:10000) oder D6 (1:1 Mio). Man nimmt hiervon 2-4 Mal pro Tag ca. 4-6 Kügelchen zwischen den Mahlzeiten ein, die langsam im Mund zergehen sollten.

Flussspat zur Vorbeugung
Liegt eine vererbte Anlage zur Bindegewebeschwäche vor, so empfiehlt sich zur Vorbeugung von Krampfadern das Mittel Calcium Fluoratum (Flussspat), das dann eingenommen werden sollte, wenn sich die ersten Beschwerden einstellen. Die Behandlung muss über einen längeren Zeitraum (Wochen bis Monate) erfolgen.

Rosskastanie gegen Venenschwellungen
Werden die ersten Varizen sichtbar, indem sich die Venen erweitern und mit einer Schwellung einhergehen, wie z.B. bei einer Schwangerschaft, so ist Aesculus Hippocastanum, die Rosskastanie, ein gutes Gegenmittel.

Arnika und Zaubernuss gegen Entzündungen
Zeigen sich die ersten Entzündungszeichen mit schmerzhaften, roten, heissen und berührungsempfindlichen Beinen, z.B. bei einer beginnenden Venenentzündung, so empfiehlt sich Arnika und/oder Hamamelis, die Zaubernuss. Beide Mittel können, eventuell auch alle 1.5 Stunden im Wechsel genommen, im Anfangsstadium fast immer eine Abheilung erreichen.

  • Arnika eignet sich besonders dann, wenn die Venen/Krampfadern sehr berührungsempfindlich sind (als wären sie geprellt oder zerschlagen) und zu roten, heissen Beinen führen.
     
  • Hamamelis hilft ebenfalls bei Berührungsempfindlichkeit der Beinvenen, wobei seine Wirkung vor allem bei stechendem Wundschmerz eintritt. Es nützt vor allem auch dann, wenn sich die Beschwerden bei feuchtwarmem Wetter oder einer Schwangerschaft verschlechtern.

Wenn alles nichts mehr hilft − Buschmeister
Haben sich die Venen dann doch entzündet, d.h. sie sind berührungsempfindlich, blau-rot und verursachen einen derartig ausgeprägten Druckschmerz, dass nichts Enges mehr getragen werden kann (nicht einmal mehr einen Verband), so wirkt Lachesis, der Buschmeister, oft noch Wunder.

In akuten Situationen wirkt die Kombination
Den heilenden Effekt des Buschmeisters können Sie in ganz akuten Situationen noch verstärken, indem Sie ihn im Wechsel zusammen mit Hamamelis einnehmen.

Phytotherapie

Unter Phytotherapie wird die Behandlung von Krankheiten mittels Pflanzen verstanden. Zur Anwendung kommen feste Bestandteile wie Blüten, Stängel, Blätter, Rinden und Wurzeln oder Extrakte aus diesen, sogenannten Tinkturen.

Bei venösen Beschwerden eignen sich folgende Heilpflanzen besonders gut:

  • Arnika
  • Hamamelis
  • Honigklee
  • Mäusedorn
  • Ringelblume
  • Rosskastanie
  • Weissdorn

Sie können sie in Form eines Tees einnehmen oder als Emulsionsmischung direkt auf die schmerzenden Stellen am Bein auftragen.

Tees gegen Venenerkrankungen
Wohltuende Venentees lassen sich leicht selbst mischen. Als Tee hat sich folgende Mischung bewährt, die man sich am besten in der Apotheke zusammenstellen lässt:

Zutaten (Alle Angaben in Gramm auf 100 Gramm Teemischung)

  • 10g Arnikablüten
  • 20g Honigkleekraut
  • 30g Rosskastanienblüten
  • 20g Scharfgarbenkraut
  • 20g Weissdornkraut

Zubereitung: Dosieren Sie 1 Teelöffel pro Tasse dieser Mischung und überbrühen Sie diese mit heissem (nicht mehr kochendem) Wasser. Lassen Sie den Tee ca. 5 Minuten ziehen.

Anwendung: Am besten nehmen Sie den Tee über einen längeren Zeitraum, ca.2-3 Monate, ca. 2-3 Mal täglich nach den Mahlzeiten zu sich. Bei Bedarf können Sie ihn auch leicht süssen.

Emulsionen gegen Venenerkrankungen
Manche Patienten bevorzugen es, sich die Beine einzucrèmen, weil sie den massierenden Effekt als wohltuend empfinden. In diesen Fällen eignet sich folgende Emulsion, die Sie sich am einfachsten von Ihrem Apotheker zusammenstellen lassen können.
Zutaten (Alle Angaben in Milliliter auf 100 Milliliter Crème)

  • 5ml Arnika-Tinktur
  • 5ml Hamamelis-Tinktur
  • 10ml Mäusedorn-Tinktur
  • 5ml Ringelblumen-Tinktur
  • 10ml Rosskastanien-Tinktur

Anwendung: Diese Emulsion sollte 2-3 Mal täglich (v.a. abends) auf die schmerzenden Stellen aufgetragen werden.

Hausmittel

Akute Beschwerden wie Krampfadern oder Venenentzündungen lassen sich sehr gut mit Wickel und Auflagen aus Lehm oder Quark behandeln. Die Methode ist billig und kann von jedermann angewendet werden. Lehm, d.h. Heilerde, wie sie keimfrei in jeder Drogerie oder Apotheke erhältlich ist, wirkt entzündungshemmend, kühlend, wundreinigend, schmerzlindernd und verringert die Ödembildung. Quark zeigt die gleichen Effekte.

Für Lehmanwendungen rühren Sie die Heilerde mit Wasser zu einem dickflüssigen, pastigen Brei an, der entweder als ca. 3mm dicke Schicht direkt auf das Bein oder aber indirekt zuerst auf ein Tuch und dann damit an den Unterschenkel aufgebracht wird. Ein zweites Tuch darüber aus luftdurchlässigem Leinen oder Baumwolle hilft, Verschmutzungen zu vermeiden. Anstatt der Paste können Sie auch einen dünnen Brei zubereiten, hierin ein Tuch tränken und dieses dann auf das Bein legen. Quark wird ebenfalls mit Hilfe eines Tuches oder direkt auf die Haut aufgetragen.

Die Wickel sollten 1-2 Mal pro Tag, in akuten Fällen auch mehrmals täglich für 20-30 Minuten, d.h. bis die kühlende Wirkung nachlässt, angewendet werden. Verbleibende Lehm- oder Quarkreste lassen sich nach Abnahme des Wickels leicht mit Wasser abspülen.