Operative Methoden

Auch heute noch ist die konventionelle Operationsmethode bei einigen Patienten unumgänglich. Die sogenannte "Stripping"-Methode wird dann eingesetzt, wenn beidseits derart ausgeprägte Krampfadern sichtbar sind, dass minimal-invasive Massnahmen keinen Sinn machen.

Aber auch auf dem Gebiet der Operation hat die Medizin in den letzten Jahren grosse Fortschritte gemacht. Durch die von uns verfeinerte Operationstechnik dauert ein operativer Eingriff lediglich 40-60 Minuten. Der Eingriff ist oft in örtlicher Betäubung oder Teilanästhesie durchführbar, eine Vollnarkose ist nicht nötig. Je nach Befund und operativem Eingriff kann die Behandlung ambulant in der Praxis (Häkchenmethode) oder kurzstationär (Hospitalisation über Nacht beim Stripping) durchgeführt werden, längere stationäre Aufenthalte und Krankschreibungen entfallen. Ganz neu wurde das VEINEXCONCEPT entwickelt − ein Verfahren, das es erlaubt, in örtlicher Betäubung grosse Krampfadern zu behandeln.

Stripping

Stripping wird verwendet, wenn es sich um Krampfadern im Verlauf der kleinen oder grossen Rosenvene, sogenannte Stammvarizen handelt. Ihr Ursprungsort liegt meistens in ihrem Mündungsgebiet in der Tiefe, also im Bereich der Leiste oder Kniekehle, wo ein erster Schnitt durchgeführt und der Venenstamm aufgesucht wird. Hier wird nun eine spezielle Sonde, der "Stripper", eingeführt und über einen zweiten Schnitt am Unterschenkel wieder hinausgeleitet. Der gesamte Varizenstamm kann nun mit Hilfe dieser Sonde herausgezogen werden, ohne dass ein langer hässlicher Schnitt in seinem gesamten Verlauf nötig wird.

Beim Stripping handelt es sich um eine "minimal-invasive Operation" oder "Knopfloch-Chirurgie", weil es mit ganz wenigen Schnitten auskommt und somit das umliegende Gewebe wie Haut, Nerven und Lymphgefässe kaum in Mitleidenschaft zieht. Fast immer genügt eine Teilanästhesie zur Schmerzausschaltung. Der Eingriff dauert in der Regel etwa eine halbe Stunde, schon wenige Stunden nach der Operation kann der Patient mit einem festen Verband aufstehen und herumlaufen.

Dieser Eingriff wird in verschiedenen Belegkliniken durchgeführt.

Häkchenmethode (Phlebektomie)

Sie können diesen Eingriff mit einer Amsel vergleichen, die einen Regenwurm aus dem Rasen zieht. Durch kleinste Mikroschnitte wird ein Häkchen dort durch die Haut in das Unterhautfettgewebe eingeführt, wo die Vene verläuft. Sie wird mit dem Häkchen gefasst, nach aussen sichtbar herausgezogen und reisst unter der Haut ab. Mit einem weiteren Mikrostich wird ein erneuter Zugang zum Unterhautfettgewebe gelegt und der nächste Teil der Vene entfernt... und so weiter. Auf diese Art ist es möglich, auch grosse Venenabschnitte zu entfernen, ohne dass Schnitte und/oder Narben übrig bleiben. Die Mikroschnitte sind lediglich 1-2mm gross. Sie heilen so schnell und unsichtbar ab, dass es schon am nächsten Tag erlaubt ist, zu duschen.

Selbstverständlich werden sichtbare Besenreiservenen in der gleichen Sitzung mitbehandelt, wenn der Patient dies wünscht. Direkt anschliessend wird ein Verband auf das Bein gewickelt, so dass es nicht mehr aus den kleinen Einstichen bluten kann. Am nächsten Morgen kann der Verband bereits entfernt werden, ein Gummistrumpf ist nicht nötig. 

Risiken und Komplikationen

Bei beiden Operationsmethoden sind Komplikationen unwahrscheinlich, das Risiko ist minimal. Folgende Komplikationen sind möglich, jedoch leicht beherrschbar:

  • Neben kleinen Blutergüssen kann ein kleiner Nervenast verletzt werden, so dass eine gewisse Zeit ein leichtes Taubheitsgefühl auftritt, das aber meist schnell wieder verschwindet.
  • In Einzelfällen kann es zu einer kurzfristigen Lymphabflussstörung kommen, die sich ebenfalls fast immer von selbst normalisiert.
  • Wie bei jeder Operation besteht die Gefahr einer Entzündung, die am Bein jedoch nur selten auftritt.
  • Alle Nachwirkungen der Operation sind harmlos und bilden sich nach kurzer Zeit zurück.