Zusätzliche Komplikationen der Venenkrankheit

Unter Thrombosen wird die Gerinnung von Blut in den Venen verstanden. Findet diese Gerinnung in den äusseren Venen statt, so wird von einer sogenannten Venenentzündung, Phlebitis oder Thrombophlebitis gesprochen. Sie ist sehr schmerzhaft, aber oftmals harmlos. Kommt es zur Blutverklumpung, das heisst Thrombosebildung in den tiefen Venen, ist der venöse Hautabfluss zum Herz gestört. Diese sogenannten tiefen Venenthrombosen sind sehr gefährlich, da Teile hiervon in Richtung Herz und Lunge gespült werden können mit der Gefahr einer sogenannten Lungenembolie, die auch heutzutage immer noch tödlich verlaufen kann.

Venenentzündung

Eine Venenentzündung ist unangenehm, aber harmlos. 

Vor allem bei fortgeschrittenen Krampfadern reichen oft schon kleine Ursachen − wie z.B. ein Schlag gegen das Bein, längere Sitz- oder Liegeperioden etc. − aus, um eine Entzündung der Venen auszulösen. Die Behandlung besteht aus viel Bewegung. Zudem hilft zur Linderung der Beschwerden ein vom Arzt angelegter fester Verband, entzündungshemmende Salben und Tabletten sowie in bestimmten Fällen der Einsatz von Medikamenten zur Blutverdünnung. Bei besonders starken Schmerzen kann es manchmal nützlich sein, mittels kleinen Stichen das gestockte Blut herauszudrücken, nachdem die Haut z.B. mit Eis-Spray unempfindlich gemacht wurde. Die Beschwerden lassen dann schlagartig nach.

Tiefe Venenthrombose

Die tiefe Venenthrombose ist im Vergleich zur Venenentzündung wesentlich gefährlicher. 

Ihr Name rührt daher, dass sich in den tiefen Venen, also denen zwischen Muskeln und Knochen, ein Blutgerinnsel bilden kann, das die Venen regelrecht verstopft. Das Blut muss sich nun Umleitungen suchen, will es weiter herzwärts fliessen und findet diese auch im Bereich anderer tiefer oder manchmal sogar oberflächlicher Venen. Das sind die, die knapp unter der Haut verlaufen und sich dann unter diesem vermehrten "Umleitungsblutfluss" ebenfalls zu Krampfadern verändern können.

Im akuten Fall einer tiefen Venenthrombose schwillt das Bein oft an, wird bläulich und schmerzhaft. In solchen Fällen muss unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden, um die richtige Diagnose zu stellen. Diese ist notwendig, um ein Weiterwachsen der Thrombose und eine Lungenembolie zu verhindern. Eine solche entsteht dadurch, dass sich ein Teil des Blutgerinnsels löst und im Blut zur Lunge strömt, wo es regelrecht "stecken bleibt". Die Lungenembolie kann unbehandelt tödlich enden.

Moderne Medikamente wie das sogenannte Heparin schaffen einen sofortigen Schutz und können diese Gefahr bannen. Die Entwicklung dieser Medikamentenklasse, die als Fertigspritze vom Patienten selbst gespritzt werden kann, hat die Behandlung der tiefen Venenthrombose revolutioniert: Während bis vor wenigen Jahren jede tiefe Venenthrombose als Notfall in das Krankenhaus eingeliefert wurde, lassen sich heutzutage tiefe Venenthrombosen und leichtere Lungenembolien ambulant nur mit Spritzen behandeln. Neben der täglichen Heparinspritze wird ein kräftiger Verband (Kompressionsverband oder Kompressionsstrumpf) angelegt. Schon nach wenigen Tagen kann dann auf die Blutverdünnung durch Medikamente (Marcoumar, Sintrom) umgestellt werden.

Varizenblutung

Gerade bei ausgeprägten Krampfadern können schon kleinste Verletzungen (z.B. bei der Gartenarbeit) dazu führen, dass es aus den Varizen blutet. 

Diese Blutung ist oft sehr stark und erfordert rasches Handeln. Die Therapie ist recht einfach und von jedermann durchführbar:

  1. Den Patient hinlegen, Beine in die Höhe halten.

  2. Mit sterilem Verbandsmull − zur Not auch mit einem möglichst sauberen Taschentuch − wird ein leichter Druckverband um die verletzte Stelle am Bein gelegt. Die Blutung wird somit gestoppt.

  3. Möglichst bald einen Beinspezialisten aufsuchen, um die Venen abklären zu lassen.